Gemeindekaffee 3. &10.12.

Gemeindekaffee

Am 1. und 2. Advent laden wir Sie recht herzlich nach der 09:00 Uhr Messe zum Gemeindekaffe in unseren Pfarrsaal ein.

Die Eltern der Krabbelgruppe unserer Gemeinde laden am 1. Advent  ein. Zum 2. Advent spielt der Babelsberger Posaunenchor in der Messe und im Anschluss treffen wir uns zum Kaffee und Gebäck im Pfarrsaal.

Gebetslaeuten.de 3.12.

Ein Stopp im Alltag

Glocken rufen immer seltener zum Gottesdienst. Umso wichtiger wird das Läuten zu bestimmten Tageszeiten. Als Erinnerung an Gott und als Einladung zum Innehalten und zum Gebet. Eine neue Kampagne will das fördern.

Von Susanne Haverkamp
(mit freundlicher Genehmigung der Autorin aus dem
Tag des Herrn“ vom 26. Nov 2017)

Die einen gehen vor Gericht, weil die Glocken zu laut oder zu oft
läuten; die anderen schätzen die Glocken als Moment der Unterbrechung im Alltag. Doch die Meckerer sind in der Minderheit,
sagt der Liturgiewissenschaftler Eduard Nagel. Umfragen hätten
ergeben: auch viele kirchenferne Menschen nähmen das Glockengeläut „als etwas Sympathisches wahr“.

Mehr noch als sympathisch, sagt Kurt Kramer, viele Jahre Vorsitzender des Beratungsausschusses für das Deutsche Glockenwesen „In ihrem Tagebuch schrieb die Jüdin Anne Frank, dass sie das Glockenläuten als Schutz empfunden hat“, so der Experte und Betreiber der Website „welt-der-glocken“. „Napoleon hat gesagt, dass ihm in der Verbannung auf Elba nichts so sehr fehle wie das Angelusläuten.“ Und auch heute sei es nicht viel andes: „Ich kenne einen jungen Mann, der aus der Kirche ausgetreten ist. Als sein Vater starb, sagte er: Ich möchte, dass für ihn die Glockenläuten!“

Neue Kampagne startet am 1. Advent

Der Beratungsausschuss startet deshalb am 1. Advent die ökumenische Kampagne „Hörst du nicht die Glocken?“. Gerade in einer Zeit, in der durch Priestermangel und Kirchenschließungen die
Glocken immer seltener zum Gottesdienst rufen, sei das Läuten zu
festen Tageszeiten wichtig. „Aber selbst unsere eigenen Leute wissen oft nicht, wann es warum läutet“, sagt Kurt Kramer.

Und warum läuten sie? „Glocken sind lebendige Zeugen einer
Transzendenz und werden auch von Menschen, deren eigener
Glaube vielleicht sehr vage ist, so wahrgenommen“, schreibt
Eduard Nagel. Mit anderen Worten: Das laute Läuten hält die
Idee wach, dass es mehr gibt, als wir sehen können, dass Gott
da ist.

Und vielleicht noch wichtiger: Glocken laden ein, einen Moment innezuhalten, einen Moment den Alltag zu unterbrechen, sie stehen für eine Atempause in der Hektik des Tages. „Wir wollen mit der Kampagne dazu einladen, das Gebetsläuten wieder mehr in
den Blick zu nehmen“, sagt Kurt Kramer. Dazu gibt eine Reihe von
Materialien.

Der Leitfaden für Gemeinden richtet sich an die Verantwortlichen vor Ort, also Pfarrer, Küster, Mesner oder Liturgiekreise. In der Broschüre finden sich nicht nur geschichtliche und rechtliche Hinweise zur Läuteordnung, sondern unter der Überschrift „Kreativität und Umsetzung“ auch Ideen, wie man die Glocken neu ins Bewusstsein der Gemeinde rücken kann. Dazu gehört die Kirchturmbesteigung mit Kommunionkindern genauso wie eine MP3-Datei auf der Gemeindehomepage, damit man die eigenen Glocken als Klingelton fürs Handy herunterladen kann.

Gebetsimpulse für jeden Tag und jede Stimmung

Eher an den Endverbraucher richtet sich das aufwendig gestaltete
Gebetsheft. Auf 24 Seiten macht es Vorschläge, wie das Glockenläuten als kurzer Gebetsimpuls genutzt werden kann. Das Heft bietet Gebete für die verschiedenen Tageszeiten, aber auch für verschiedene Lebenssituationen und Stimmungen an. Dankbar, traurig, gestresst, besorgt – unter diesen und anderen Überschriften finden sich traditionelle Gebete, Bibelworte, aber auch unbekanntere Texte wie dieses Gebet des Kabarettisten Hanns Dieter Hüsch:

„Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit.
Mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen.
Das Elend und die Zärtlichkeit.“

Zum 1. Advent ist das Material auf der neuen Homepage erhältlich.
Das Gebetsheft gibt es dann auch als App für Smartphones.

Informationen und Material:
Ab 3. Dezember 2017 unter www.gebetslaeuten.de

Erbsünde?

Anfrage an den „Tag des Herrn“:

Warum hält die Kirche an der Erbsündenlehre fest?

Warum hält die Kirche an der Erbsündenlehre fest? Jeder weiß doch, dass der Tod ein notwendiges Element der Evolution ist, nicht die Strafe für eine ominöse Ursünde von Adam und Eva. Bitte eine klare Antwort, keine Umdeutungsversuche.  F. M., Aachen

Zunächst: Es ist die Aufgabe von Theologie, den Glauben im Licht neuer Erkenntnisse neu zu deuten. Wenn wir glauben, dass in uralten Texten ewige Wahrheit steckt, müssen wir sie stets neu deuten – wenn Sie das „umdeuten“ nennen und negativ bewerten, müssen Sie Theologie an sich ablehnen.

Zur Erbsünde: Das Buch Genesis erzählt eine Geschichte – wie die Bibel überhaupt viele Wahrheiten in Geschichten verpackt; auch eine Spezialität Jesu übrigens. Niemand behauptet heute noch, dass das etwa evolutionstheoretische Abhandlungen sind. Es geht weder um historische noch um naturwissenschaftliche Tatsachen, sondern um die Deutung der Welt und wie es kommt, dass sie ist, wie sie ist.

Die Sündenfallgeschichte (Genesis 3) reflektiert die grundlegende Erfahrung aller Menschen aller Zeiten, dass wir in Bosheit und Schuld verstrickt sind. Immer schon. Niemand kann sich davon ausnehmen. Jeder ist hineingeboren in die Widersprüchlichkeit von Gut und Böse. Böses steckt in jedem. Andererseits, so der Glaube, ist Gott das absolut Gute. Wie kommt also das Böse in die Welt?

Die Antwort gibt die Geschichte vom Sündenfall: Indem „der Mensch“ (Adam: hebr. Erdling; Eva: hebr. Leben) sich Gott verweigert, wird aus dem Paradies Gottes die harte Wirklichkeit. Indem der Mensch, wie der Dogmatiker Theodor Schneider schreibt, dem Wahn verfällt, „von Gott losgerissen und autonom und nur an sich und seinen selbstgesetzten Interessen orientiert“ leben zu können. Immer schon. Erzählerisch formuliert: Seit Adam und Eva.

Warum sollte die Kirche sich von dieser Lehre verabschieden? Hat sich seit Adam und Eva irgendetwas an dieser Verstrickung ins Böse geändert? Ist das Böse, das Menschen der Umstände halber, aber auch aus freiem Willen heraus tun, verschwunden? Gibt es irgendwo eine perfekte neue Schöpfung? Die Kirche sieht das nicht. Und nennt das Erbsünde: die ewige Verstrickung aller ins Böse.

Von Susanne Haverkamp

Quelle und Link: Tag des Herrn