Papst bei König und Kaiser

Beitrag  der KNA im Tag des Herrn vom 18.11.2019

Papst Franziskus reist nach Thailand und Japan

Zu Besuch bei König und Kaiser

Der Papst erfüllt sich einen Jugendtraum: Er reist als Missionar nach Japan. Zuvor besucht er außerdem Thailand.

Am 23. November erfüllt sich Papst Franziskus einen Jugendtraum. Endlich gelangt er als Missionar nach Japan. Japan und die Jesuiten – das ist ein besonderes Verhältnis. … Franz Xaver 1549 als erster Jesuit an Bord eines Piratenschiffs … der erste Jesuit auf dem Stuhl Petri mit Thai Airways geflogen. Von Bangkok aus, der Hauptstadt des früheren Siam.

Vor 350 Jahren war dort die erste katholische Mission errichtet worden … Weiterlesen >

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Wir armen Heiden …

Anfrage an den Tag des Herrn:
Woher kommt der Begriff „Heiden“?
Was ist ein Heide? Woher kommt der Begriff? Früher haben wir für „die armen Heidenkinder“ gebetet. 

Antwort von Susanne Haverkamp

Das Wort „Heide“ ist die deutsche Übersetzung des hebräischen Wortes „gojim“, das im Alten Testament häufig vorkommt. Das kleine Volk Israel mit seinem Glauben an den einen Gott war immer umgeben von mächtigeren Völkern, die andere Götter verehrten. Baal zum Beispiel oder Astarte, kraftvolle Kriegsgötter oder mütterliche Fruchtbarkeitsgöttinnen; zu ihnen überzulaufen, war viele Jahrhunderte eine Versuchung, wie etwa der „Tanz um das goldene Kalb“ zeigt. Um sich abzugrenzen, spricht das Alte Testament von gojim, Heiden, und meint damit alle, die keine Juden sind und nicht dem Volk Israel angehören. Politisch wie religiös.

Das Neue Testament deutet den Begriff dagegen ausschließlich religiös und spricht von Heiden, wenn von Anhängern der im Mittelmeerraum verbreiteten griechischen und römischen Götterwelt die Rede ist. Als sich das Christentum ausbreitete, gab es deshalb Judenchristen, also Menschen, die vom jüdischen zum christlichen Glauben fanden, und Heidenchristen, etwa Menschen aus Korinth oder Rom, die von der dortigen Kultur geprägt waren.

Im Laufe der Geschichte, besonders, seitdem das Christentum sozusagen die religiöse Weltherrschaft übernahm, änderte sich die Bedeutung. Als Heiden wurden jetzt alle die bezeichnet, die keine Christen waren. Das galt für die Germanen genauso wie später für die Völker Afrikas, die Ureinwohner Amerikas oder die Muslime Arabiens.

Unterschieden wurde missionsgeschichtlich zwischen „Heiden aus Schicksal“, also Menschen, denen die Lehre von Christus noch nicht verkündet wurde, und „Heiden aus Schuld“, also Menschen, die den wahren Glauben nicht annehmen wollen. In Konkurrenz standen dabei zwei Ideale: der Heidenkrieg, also alle Nichtchristen zu töten, und die Heidenmission mit dem Ziel, die Seele der armen Heidenkinder zu retten – zur Not mit Gewalt.

Seit dieser Zeit ist der „Heide“ ein negativer Begriff, der auch mangelnde Bildung und Entwicklung umfasst. In der theologischen Debatte ist er deshalb ziemlich ausgestorben. Auch aus Respekt gegenüber den anderen Religionen und den Nichtgläubigen.

Susanne Haverkamp

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