Archiv der Kategorie: Aktuelles

Zulassung zur Eucharistie

„Gewissen bilden, nicht ersetzen“

Erzbischof Koch nennt in einem Brief die Voraussetzungen für eine Zulassung evangelischer Ehepartner in konfessionsverbindenden Ehen zur Eucharistie. Viel Aufmerksam widmet er dem Fall des „konkurrierenden Gewissens“.

6. Januar 2019 | Nr. 1 | 69. Jg  |Tag des Herrn | von Cornelia Klaebe

In dem sechsseitigen Schreiben legt der Erzbischof zunächst ausführlich die theologischen Grundlagen und die bisherige Praxis dar. Er zitiert Papst Johannes Paul II., der mit Freude in der Enzyklika ,,Ut unum sint“ daran erinnert habe, dass die katholischen Priester in bestimmten Einzelfällen die Sakramente der Eucharistie, der Buße und der Krankensalbung anderen Christen spenden können, die zwar noch nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stehen, aber sehnlich den Empfang der Sakramente wünschen, von sich aus darum bitten und den Glauben bezeugen, den die katholische Kirche in diesen Sakramenten bekennt“.

Überzeugungen mit Respekt anerkennen“

Weiterhin erinnert Koch, dass Ehepartner sich das Sakrament der Ehe gegenseitig spenden, also im Falle von konfessionsverbinden-den Ehen auch der nicht-katholische Ehepartner Spender eines Sakraments der katholischen Kirche sei. Auch Ehepartner, die unterschiedlichen Konfessionen angehören, bildeten im Ehesakrament eine kleine Kirche

Ferner weist Koch auf die fortbestehende kirchliche Trennung hin: „Die unterschiedlichen Überzeugungen in Glaubensfragen mit Respekt und Lauterkeit anzuerkennen, ist ein grundlegender ökumenischer Akt.“ Sie verhinderten, „generell und uneingeschränkt“ in einem gemeinsamen Mahl eine kirchliche Einheit zu zelebrieren, die noch nicht erreicht sei. Aus dieser Spannung könne für ein konfessionsverbindendes Ehepaar eine „schwere geistliche Notlage“ entstehen, die die Ehe selbst in Gefahr bringe.

Koch schließt sich ausdrücklich für das Erzbistum der Orientierungshilfe an, in der es heißt: Alle, die in einer konfessionsverbindenden Ehe nach einer reiflichen Prüfung in einem geistlichen Gespräch mit dem Pfarrer oder einer mit der Seelsorge beauftragten Person zu dem Gewissensurteil gelangt sind, den Glauben der katholischen Kirche zu bejahen, ‚eine schwere geistliche Notlage‘ beenden und die Sehnsucht nach der Eucharistie stillen zu müssen, dürfen zum Tisch des Herrn hinzutreten, um die Kommunion zu empfangen.“ Es gehe dabei nicht um die generelle Regelung einer eucharistischen Gastfreundschaft.

Besonderes Augenmerk widmet Koch der Frage des „konkurrie renden Gewissens“, also dem Fall, in dem nach dem geistlichen Gespräch der nichtkatholische Ehepartner glaubt, aus Gewissensgründen die Eucharistie erbitten zu dürfen, der Spender allerdings Bedenken gegen diese Entscheidung hegt, die ihn selbst in schwere Gewissensnöte stürzen“. Koch schreibt unter Berufung auf Papst Franziskus, Aufgabe der Kirche sei es, das Gewissen der Menschen zu bilden, nicht aber, es zu ersetzen“. Im konkurrierenden Falle müsse daher das Urteil des Sakramentenspenders „hintanstehen“. Abschließend bittet der Erzbischof, Eucharistie und Liturgie „würdig und glaubwürdig zu feiern.

Mit freundlicher Genehmigung des Tag des Herrn, Katholische Wochenzeitung für das Erzbistums Berlin | www.tag-des-herrn.de

Engel mögen dich begleiten

20.12.2018 veröffentlicht auf Tag des Herrn

Künstler Peter Rogge zeigt Zyklus „Engel mögen dich begleiten“

Nicht wissen, was herauskommt

Der Potsdamer Peter Rogge ist Künstler. Eigentlich wollte der gebürtige Eichsfelder einmal Priester werden, besuchte das Proseminar in Schöneiche, doch es kam anders. Seinen Zyklus „Engel mögen dich begleiten“ stellt er aktuell aus.


Peter Rogge mit einem seiner „Engel“: Eine einzige Linie formt das Wesen aus Flächen, in der Mitte ein Gesicht. | Foto: Cornelia Klaebe

„Anfangen und nicht wissen, was dabei herauskommt“, das ist etwas, was Peter Rogge fasziniert. Die Einsicht „Oh, da ist ja etwas draus entstanden“, die für seinen Lebensweg Anwendung finden könnte, bezieht der Künstler und Grafikdesigner auf seine Bilder. „Engel mögen dich begleiten“ steht als Überschrift über dem Zyklus, den der 57-Jährige derzeit ausstellt (siehe Kasten).
„Ich erinnere mich, dass ich schon immer gezeichnet habe“, blickt der Grafiker zurück. Den Anfang nahm seine Kunst zuhause, in Dingelstädt. Hier malte er seine ersten Piratenschiffe. Genauso, wie er immer schon zeichnete, war Rogge, wie es bei einem echten Eichsfelder wenig überrascht, „immer schon katholisch“. Wo sonst wäre es in der DDR möglich gewesen, dass einer der wenigen CDU-Bürgermeister am 1. Mai die Republikfahne ans Rathaus hängte und an Fronleichnam die weiß-gelbe? Vater Rogge tat es. So legte auch Sohn Peter eine klassische „katholische Karriere“ hin, war Ministrant und in der Pfarrjugend, hatte Kontakt zu den Franziskanern.
Dieser Kontakt prägte ihn in zweierlei Weise: Nach der Polytechnischen und Erweiterten Oberschule besuchte Rogge 1981/82 das Proseminar St. Konrad in Schöneiche – mit dem Ziel, „so schnell wie möglich Priester zu werden“. Was den Wehrdienst anging, war der franziskanisch-pazifistisch geprägte Mann Totalverweigerer, wollte auch nicht „Bausoldat“ werden. Das legte er schriftlich nieder – mit der entsprechenden Konsequenz, immer nach der erneuten Einberufung einige Zeit die Haft zu fürchten.

„Das mit dem Zölibat kriege ich nicht hin“
Was das Priesterwerden anging, merkte der Katholik in Schön- eiche bald: „Das mit dem Zölibat kriege ich nicht hin, will es auch gar nicht.“ Aber was nun? „Irgendwas mit Kunst wäre schön“, überlegte der junge Mann. Studieren ging nicht ohne Wehrdienst, und so kam der Rat: „Probier‘s doch mal mit Arbeitstherapie“. In Lobetal bei Bernau wurde er vorstellig und durfte dort anfangen, wurde 1982 bis 1984 aber bei geistig behinderten Männern dann nicht als Arbeitstherapeut, sondern als Hilfspfleger eingesetzt. Das war nicht das, was der Künstler wollte. Das neue Ziel hieß Buchrestaurator, und auf dem Weg dorthin brauchte es ein Handwerk: Neben der Arbeit in einer Buchbinderei machte Peter Rogge dort auch berufsbegleitend eine Lehre.
1985 heiratete er seine Freundin Sigrid, 1986 wurde ein Sohn geboren – und Peter Rogge wurde Vater und Hausmann. Um „Zirkelleiter für künstlerisches Volksschaffen“ werden zu können, besuchte er eine Spezialschule für Malerei und Grafik in Schwerin. Dann kam die Wiedervereinigung, die Ausbildung wurde verkürzt. Im vereinten Deutschland konnte Rogge plötzlich studieren, galt sogar wegen der Repressalien aufgrund des verweigerten Wehrdienstes als „Verfolgter des SED-Regimes“ und bekam ein Stipendium. Für sein Diplomprojekt, einen entfalteten Ikosaeder – das ist eine geometrische Figur aus 20 Tetraedern, also gleichseitigen Pyramiden – erhielt er den Deutschen Studienpreis. Heute arbeitet Peter Rogge freiberuflich als Grafikdesigner und wünscht sich wie so viele insgeheim, von seiner Kunst leben zu können.

Zur Sache
Die Ausstellung „Engel mögen dich begleiten“ mit Grafiken von Peter Rogge ist in der Auferstehungskirche (Friedensstraße 83, Berlin-Friedrichshain) zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag 15 bis 17 Uhr, Mittwoch 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 12 Uhr, Freitag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 13 Uhr; Finissage: 2. Februar, 16 Uhr

Als Künstler kann er wiederum bei religiösen Themen gut „andocken“, sagt der Katholik, der mit seiner Frau nach Potsdam zog und dort auch kirchlich aktiv ist. Auch wenn er seine „Engel“ malt, gilt für Peter Rogge „anfangen und nicht wissen, was dabei herauskommt“. Jeder der Engel ist anders. Wenn der Stift erst einmal das große Papier berührt hat, wird er nicht mehr abgesetzt, ist auf der Linie „unterwegs“, schwingt sich nach oben und unten, links und rechts, bis er über Kurven und Windungen den Ausgangspunkt erneut erreicht hat. Und dann betrachtet Peter Rogge aus der Fernperspektive eine Struktur, ein Wesen aus Flächen mit einem Gesicht, das ihn anzublicken oder gar zu durchblicken scheint, einen Begleiter, einen Engel. Und denkt: „Oh, da ist ja etwas draus entstanden.“

Von Cornelia Klaebe

Quelle und Link: www.tag-des-herrn.de

Mit freundlicher Genehmigung des Tag des Herrn, Katholische Wochenzeitung für das Erzbistums Berlin | www.tag-des-herrn.de

Friedenslicht 2018

Das Friedenslicht wird seit 1986 verteilt. Seit 1994 auch an „alle Menschen guten Willens“ in Deutschland. Eine Aktion der Ringe deutscher Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände (RDP/RdP) und der Altpfadfinder (VDAPG).

Das Friedenslicht wird auf Initiative des Österreichiches Rundfunks (ORF) jedes Jahr durch ein anderes „Friedenslicht-Kind“ entzündet.

Das Friedenslicht wird mit dem Flugzeug von Betlehem nach Wien transportiert. Von dort bringen es Pfadfinderinnen und Pfadfinder am 3. Advent nach Deutschland.

Quelle und Link: www.friedenslicht.de