Archiv der Kategorie: Tag des Herrn

Evolutionstheorie kontra Erbsündenlehre?

Bild: Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies, Michelangelo (1475-1564)

Leseranfrage, veröffentlicht im Tag des Herrn am 2.2.2020

Wieso heißt es, dass Jesus uns von der Erbsünde befreit hat, wenn doch evolutionswissenschaftlich bewiesen ist, dass es Eva, Adam und den Sündenfall nicht gab?

Ihre Frage berührt ein grundsätzliches Problem, das in Diskussionen oft auftaucht: Wie kann man religiöse Glaubensaussagen mit naturwissenschaftlichen Aussagen in Einklang bringen?

Kurz und knapp: gar nicht. Man kann nur beide Aussagen nebeneinander stehenlassen und zugeben, dass sie in unterschiedlicher Art wahr sind. Nehmen wir die Schöpfung in sieben Tagen aus dem  Buch Genesis. Naturwissenschaftlich ist das Unsinn – Milliarden Jahre sind ein besserer Zeitansatz, und wer mehr darüber wissen möchte, sollte einen Astrophysiker fragen. Oder einen Evolutionsbiologen.

Kein Unsinn hingegen ist der Glaube, dass Gottes Geist von allem Anbeginn – wann auch immer der war – dabei war und dabei bleibt. Das ist eine religiöse Wahrheit, der man glauben und vertrauen kann – auch als Naturwissenschaftler.

Nicht anders verhält es sich mit Adam, Eva und der Erbsündenerzählung.   Der Mensch stammt naturwissenschaftlich betrachtet nicht von Adam und Eva ab, sondern von primitiven Zellen, die vor Milliarden Jahren der Anfang allen Lebens waren.

Der Erbsündenlehre geht es um etwas Anderes: um die tägliche Erfahrung, dass der Mensch nicht grundlegend gut ist, dass jeder Mensch – Sie und ich – Böses, Egoistisches, Zerstörerisches in sich trägt. Viele Menschen kämpfen dagegen an, damit das Gute überhand gewinnt, aber wir sind nicht hundert Prozent gut, leider nicht. Dieser Stachel des Bösen – das ist eine ewige Wahrheit in der Menschheitsgeschichte und quasi erblich.

Wenn aber wir alle Böses in uns tragen: Wie können wir dann gerettet werden? Darauf antwortet die kirchliche Lehre, die Sie ansprechen. Der Mensch kann gerettet werden, weil Gott ihn so sehr liebt, dass er selbst Mensch geworden ist und in Jesus die Schuld der Welt auf sich genommen hat. Wer an Jesus glaubt und ihm folgt im Wort und in der Tat, der kann das Heil erlangen.

Das ist eine religiöse Überzeugung, eine Art der Wahrheit, die mit Adam, Eva und der Evolutionstheorie nichts wirklich zu tun hat.

Susanne Haverkamp

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Autorin
Quelle und Link: www.Tag-des-Herrn.de 

Lächelnd sterben

Beitrag im Tag des Herrn vom 2.2.2020
VON MARLILIS KURZ-LUNKENBEIN

Der greise Simeon ist sicher: Nun kann er in Frieden scheiden. In Frieden zu sterben, das wünscht sich wohl jeder. Aber wie kann das gelingen? Was braucht man dafür? Ein Gespräch mit dem  Augsburger Hospizseelsorger Armin Zürn.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Bis zum Schluss hatte die alte Bäuerin
gehofft, zu Hause sterben zu können. Als sie nach sechs Wochen in
der Klinik um 3 Uhr nachts für immer die Augen schließt, kann die
90-Jährige dennoch in Frieden gehen – weil sie sich vorher in aller Ruhe verabschiedet hatte. Auf ihr Ende war sie gut vorbereitet.
Beide Töchter waren abwechselnd bei ihr am Krankenbett,
hatten ihre Hand gehalten, mit ihr gebetet und das Leben Revue
passieren lassen. Der Schwiegertochter hatte sie noch das Rezept für ihre berühmte Sonntagssuppe mitgegeben („Nicht zu viel Ei in die Markklößchen“), dem Sohn und Hoferben die Fürsorge für die Pächter der Landwirtschaft ans Herz gelegt („Leben und leben lassen“). Am Sonntagmorgen hat sie den Gottesdienst im Fernsehen verfolgt und später den jüngsten Enkel mit einem Kreuzzeichen auf der Stirn verabschiedet, so wie zuhause, wenn er morgens zur Schule ging. Dann war sie gestorben. Sieht so ein Scheiden in Frieden aus? >weiterlesen

Mit freundlicher Genehmigung des Tag des Herrn Katholische Wochenzeitung für das Erzbistum Berlin und die Bistümer Dresden-Meißen, Erfurt Görlitz und Magdeburg

Quelle und Link: www.Tag-des-Herrn.de

Beichtgondel in Bad Ischl

Foto: Diözese Linz/Christoph Lenzenweger
Probefahrt in der Beichtgondel: Geschäftsführer Johannes Aldrian (von links), Bischof Manfred Scheuer und Pfarrer Christian Öhler.
Beitrag vom 20.12.2019 unter www.Tag des Herrn.de

Die Beichtgondel in Bad Ischl

Seelsorge in der Gondel

Seit ein paar Wochen fährt eine Beichtgondel auf den Berg Katrin im österreichischen Bad Ischl. Während der Fahrt können Wanderer in der Seilbahn mit einem Seelsorger sprechen – und die Probleme des Alltags hinter sich lassen. 

Sieben Wanderer stehen auf einem Berg, um dort die Messe zu feiern. Es regnet in Strömen, sie drängen sich unter einem Regenschirm, wollen den Gottesdienst unbedingt bis zum Ende durchziehen. Durchnässt machen sie sich danach auf den Rückweg zur Hütte – als ihr Blick auf die Seilbahn fällt, die ein paar Meter entfernt fährt. Da kommt ihnen eine Idee. „In dem Moment haben wir uns gedacht: Warum machen wir nicht mal eine Aktion in einer Seilbahngondel“, erzählt Johannes Aldrian.

Er ist Geschäftsführer der Katrinseilbahn im österreichischen Kurort Bad Ischl. Vor ein paar Wochen hat der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer dort eine Beichtgondel eingeweiht. Sie ist eine von 40 Themengondeln, die auf den Berg Katrin führen.

Viererkabinen bringen Wanderer hoch auf 1500 Meter. Eine Gondel, in der man beichten kann: Was es damit auf sich hat, verraten die Aufkleber außen auf der Kabine.  >Weiterlesen