Organspende – ein Liebesdienst?

In der Potsdamer Arche wurde am 8.10.2019 ein Vortrag von Michael Ragg zum Thema Organspende-ein letzter Liebesdienst? gehalten. Im Fleier zum Archevortrag heißt es:

Auch unter Christen ist die Haltung zu Organspenden nach einer „Hirntod“-Diagnose umstritten. Ist der „Hirntod“ wirklich der Tod des Menschen oder nur eine Station im Sterbeprozess, in den man nicht eingreifen sollte? Sind „Organspenden“ generell Akte der Nächstenliebe, zu denen jeder stets bereit sein sollte? Verändert eine Organverpflanzung auch die Persönlichkeit des Empfängers? Über diese und viele anderen Fragen sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen.

Im Vortrag wurde dargestellt, „Hirntod“ ist eine Definitionsfrage die sich im Detail nach neuen Erkenntnissen immer wieder aktualisiert und in den Ländern unterschiedlich festgelegt ist. Es ist unklar, ob Hirntod der wirkliche Tod der Menschen ist, ob die Menschen nicht doch noch Empfindungen haben und ob sie nicht sogar diesen Tod überleben können

Warum Definition „Hirntod“: Im Beitrag „Tode“ der Frankfurter Rundschau vom 30.07.2011 wird informiert „… die Erfindung der Herz-Lungen-Maschine erlaubte 1954 die erste Nierentransplantation in Chicago, 1967 die erste Herztransplantation in Kapstadt.“ und weiter „Nachdem in Japan ein Arzt wegen Mordes verurteilt worden war, der einem Sterbenden Organe entnommen hatte, definierten 1968 internationale Ethikkommissionen das irreversible Koma als neues Todeskriterium und nannten das den „Hirntod“. 
Quelle und Link zum Beitrag: www.fr.de

Im „Tag des Herrn“ vom 20.10.2019 wurde ein Beitrag von Andreas Kaiser zu diesem Thema unter dem Titel „Ausgang unklar“ veröffentlicht. Als Anreißer steht dazu:
Der Bundestag will im November über die Neuregelung der Organspende entscheiden. Die Widerspruchslösung von Jens Spahn gewinnt mehr Anhänger auch unter katholischen Politikern – sehr zum Verdruss der Kirche.
Karl Jüsten vom Katholischen Büro in Berlin wird zitiert: „Wir glauben, dass die Organspende eine freiwillige Tat ist. ein Akt der Nächstenliebe“. Man spreche von einer Spende, nicht von Abgabe oder Entnahme.

Die Techniker Krankenkasse schreibt über den „Hirntod„: „Schon nach wenigen Sekunden führt Sauerstoffmangel im Gehirn zur Bewusstlosigkeit. Nach wenigen Minuten ist es unwiderruflich geschädigt. Nach etwa zehn Minuten ohne Sauerstoff stirbt das Gehirn endgültig. Damit erlischt auch die Fähigkeit, selbst zu atmen. Das Gehirn, das zentral Körper und Geist des Menschen steuert, ist tot. Mit dem Gehirn stirbt der fühlende, denkende, selbst atmende Mensch.“
Quelle und Link: www.tk.de , weiteren Informationen zur Organspende unter www.tk.de

Auf der Seite www.organspende-wiki.de von  P. Klaus Schäfer SAC werden „10 Fakten zum Hirntod“ genannt und dort näher erläutert:

  1. Die Feststellung des Hirntodes wurde 1960 erstmals zur Beendigung einer sinnlos gewordenen Therapie dokumentiert.
  2. Die Hirntoddiagnostik dient zur Klärung eines unklaren medizinischen Zustandes. Meist wird nach Feststellung des Hirntodes die Behandlung beendet.
  3. Der Hirntod gilt als die sicherste Diagnostik der Medizin.
  4. Hirntoten ist jede Fähigkeit der Wahrnehmung erloschen. Sie können daher nichts empfinden.
  5. Hirntote können keine Schmerzen empfinden.
  6. Kein Hirntoter kam jemals wieder ins Leben zurück.
  7. Kein Hirntoter wurde wieder völlig gesund. Allen blieb nach Wochen oder Monaten das Herz stehen.
  8. Alle Hirntoten benötigen dauerhaft künstliche Beatmung.
  9. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist mit dem Gesamthirntod der Hirntod am umfassendsten definiert.
  10. Über die Hälfte der Organspender starben durch eine Gehirnblutung den Hirntod.

Konfliktfall Organspende hieß das Thema der Woche im Tag des Herrn Nummer 21 | 28. Mai 2017, Susanne Haverkamp berichtet ausführlich über das Für und Wider, Wir haben die Beiträge hier veröffentlicht. > Weiterlesen

Ja, nocheinmal das Zitat von Herrn Roczen auf der Einladung zum Archevortrag: Über diese und viele anderen Fragen sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen!  Wir werden versuchen Kontakt zu Herrn Ragg und zu Herrn Kaiser aufzunehmen, vielleicht dürfen die vollständigen Vorträge hier veröffentlicht werden. Wir werden den Beitrag bei Interesse auch gern weiter aktualisieren, schauen Sie immer mal wieder rein!