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Pflege mehr als ein Beruf

Pflege ist mehr als ein Beruf

02. März 2018 Erzbischof Dr. Heiner Koch

Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass meine Mutter einmal ganz auf mich angewiesen ist, sagt Ernst nachdenklich. Sie hat sich ihr Leben lang um uns Kinder gekümmert. Immer war sie für alle da, nichts war ihr zuviel. Jetzt kommt sie nicht mehr allein zurecht. Drei Millionen Pflegebedürftige gibt es in Deutschland. Zwei von dreien werden zuhause gepflegt. Viele Angehörige leisten dabei Großartiges. Ihnen möchte ich von Herzen danken. Die Familie ist der größte Pflegedienst, den es gibt. Aber es geht nicht immer ohne Hilfe von außen.

Die Pflege alter und kranker Menschen ist eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Gesellschaft. Eine Aufgabe, die viel verlangt und nicht genug gewürdigt wird. Pflege ist mehr als ein Beruf. Es ist eine Berufung. Wir brauchen heute mehr Menschen, die dieser Berufung folgen. Es fehlen zehntausende von Pflegekräften, während der Bedarf steigt und steigt. Vieles ist in der Vergangenheit schief gelaufen. So wurde Personal gespart, um die Kosten im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Irgendwann wurde die „Minutenpflege“ eingeführt – fast jeder Handgriff muss dokumentiert werden. Kostbare Zeit, die für die Begegnung fehlt. Manche Investoren betrachten die Pflege von Alten und Kranken nur als Markt, der Rendite bringen soll. Ein Irrweg. So entfernen wir uns immer mehr vom Kern der Pflege.

Wenn ich heute Pflegekräfte frage, was für sie das Wichtigste an ihrem Beruf ist, dann erzählen sie mir vom Lächeln im Gesicht der Menschen, denen sie zur Seite stehen. Sie erzählen vom guten Gefühl, jemandem in schwerer Zeit Halt zu geben. Sie erzählen aber auch von den täglichen Belastungen, von Nachtdiensten mit zuwenig Kollegen und von einer Entlohnung, die zu wünschen übrig lässt. Es ist allerhöchste Zeit, die Pflegeversicherung zu reformieren und die Rahmenbedingungen in unseren Pflegediensten, Pflegeheimen und Krankenhäusern so zu gestalten, dass die Hinwendung zum Menschen im Mittelpunkt steht. Gute Pflege verlangt Solidarität und Wertschätzung von allen. Die Mehrkosten dürfen nicht nur auf den Schultern der Betroffenen liegen. Wer Pflegebedürftige und Pflegende alleine lässt, wird irgendwann selbst alleine sein. Lassen wir es nicht so weit kommen.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag!

Wort des Bischofs

vierzehntägig samstags, 9.50 Uhr

Logo: Radio BerlinFrequenzen

Quelle und Link: www.ErzbistumBerlin.de

Genehmigung St. Hedwig

Entscheidung zur denkmalrechtlichen Genehmigung St. Hedwigs-Kathedrale Stellungnahme des Bistums

16. Februar 2018 Stefan Förner Pressesprecher

Stellungnahme zur Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa zur

„Entscheidung der Obersten Denkmalschutzbehörde des Landes Berlin zum Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung des Erzbistums Berlin, Erzbischöfliches Ordinariat, für die Um- und Neugestaltung der denkmalgeschützten St. Hedwigs-Kathedrale sowie des Bernhard-Lichtenberg-Hauses in Berlin-Mitte“

vom 16. Februar 2018:

Die St. Hedwigs-Kathedrale ist die Haupt- und Bischofskirche des Erzbistums Berlin und zusammen mit dem Bernhard-Lichtenberg-Haus dessen sichtbare Mitte.
Anlässlich der dringend erforderlichen Sanierung wurde eine Umgestaltung des Gesamtensembles aufgrund der heutigen theologisch-liturgischen Erfordernisse in Angriff genommen.
Auf der Grundlage des Entwurfs der Preisträger eines offenen Realisierungswettbewerbs hat das Erzbistum Berlin am 31. August 2017 einen Antrag auf Erteilung der denkmalrechtlichen Genehmigung gestellt.
Nach konstruktiven Gesprächen mit den Genehmigungsbehörden und mit dem Senator für Kultur und Europa, Dr. Klaus Lederer, hat heute, am 16. Februar 2018, die Senatsverwaltung für Kultur und Europa angekündigt, die denkmalrechtliche Genehmigung zu erteilen.
Das Erzbistum Berlin freut sich über diese Entscheidung und würdigt die sorgfältige Prüfung des Projekts und die Sensibilität im Umgang mit diesem für die Katholische Kirche und das Land Berlin bedeutenden Vorhaben.

Quelle und Link: ErzbistumBerlin.de