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Handkommunion

Veröffentlicht auf Tag des Herrn (www.Tag-des-Herrn.de)

Seit wann gibt es Hostie und Handkommunion?

Wann wurde die Hostie eingeführt, da Jesus beim letzten Abendmahl doch Brot gereicht hat? Und warum wird die Hostie in die Hand gelegt?

Jesus hat beim letzten Abendmahl vermutlich die damals üblichen Brotfladen benutzt. Das setzte sich insofern fort, dass auch Jahrhunderte später für die Eucharistie „alltägliches“ Brot benutzt wurde, das die Gläubigen zum Gottesdienst mitbrachten. …

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Was die Handkommunion betrifft: Sie ist die ursprüngliche Form. Cyrill von Jerusalem (4. Jahrhundert) beschreibt die Kommunion so: „Wenn du nun hingehst, mache die linke Hand zu einem Thron für die Rechte, die den König empfangen soll, und dann mache die flache Hand hohl und nimm den Leib Christi in Empfang und sage das Amen dazu.“ Doch 500 Jahre später heißt es: „Keinem Laien gebe man die heiligste Eucharistie in die Hand, sondern man lege sie in den Mund.“ Eine übermäßig gesteigerte Ehrfurcht war auch hier der Grund – der bis ins 20. Jahrhundert hinein anhielt.

Von Susanne Haverkamp

Quelle und Link: www.Tag-des-Herrn.de

Liebe ist ein Handwerk

Amoris laetitia

Die Liebe ist ein Handwerk

Papst Franziskus macht es der Kirche nicht leicht. Sein Schreiben zu Ehe und Familie ist keine Anleitung, wie die Lehre der Kirche umzusetzen ist. Der Papst gibt nur den Rahmen vor. Füllen müssen ihn die Menschen selber.

Die Freude der Liebe: In „Amoris laetitia“ ist Papst Franziskus auch Eheberater. Foto: kna-bild

Man sollte auf den Papst hören und seine Schrift „Amoris laetitia“ („Die Freude der Liebe“) nicht „in einem Rutsch“ lesen. Franziskus selbst warnt in der Einleitung vor hastiger Lektüre und empfiehlt, sich einzelne Abschnitte vorzunehmen. Denn die Vielfalt von Themen erschlägt. Diese Schwäche zeigte sich schon bei den Bischofssynoden zu Ehe und Familie 2014 und 2015. Sämtliche Probleme und Herausforderungen mussten angesprochen werden. Das verursacht Längen im päpstlichen Schreiben.

Besser also: einzelne Abschnitte studieren. Etwa das wunderbare vierte Kapitel, in dem sich der Papst als Eheberater zeigt – voller Lebenserfahrung, Wohlwollen und psychologischer Kenntnis  ausgehend vom Hohelied der Liebe aus dem Korintherbrief, wohl der Nummer-1-Hit der Lesungstexte für Trauungen. Franziskus will die Ehe von idealistischen Überhöhungen befreien. Denn schließlich „ist die Liebe ein Handwerk“, also eine Aufgabe, an der man arbeiten muss. Etwa indem man lernt, mit den Fehlern des Partners umzugehen. Neben hochfliegenden Gedanken finden sich – typisch Franziskus – ganz schlichte Ratschläge, wie, den Tag als Paar mit einem Kuss zu beginnen und ihn niemals im Streit zu beenden. Der Papst ruft auf, das Gespräch einzuüben, um bei Krisen überhaupt fähig zu sein, miteinander zu sprechen. Starke Passagen sind das. Stoff für Predigten, Katechese, Ehevorbereitung, Paargespräche.

Keine Zweifel am Ideal einer Beziehung

Franziskus stärkt das Gewissen und die Ortskirchen, verurteilt aber die „Ideologie, die gemeinhin Gender genannt wird“, weil sie die Unterschiede zwischen Männern und Frauen leugnet. Gleichzeitig wendet sich der Papst gegen starre Rollenbilder und spricht sich deutlich für einen Feminismus aus, „sofern er weder Uniformität  anstrebt noch die Mutterschaft verneint“. Zum Thema Homosexualität geht der Papst nicht über die Haltung der Synode hinaus: Respekt und Achtung für homosexuelle Menschen, Absage an Gewalt und Aggression, aber gleichzeitig auch ein deutliches „Nein“ zur Annäherung von homosexuellen Partnerschaften an die Ehe.

Keinen Zweifel lässt der Papst am Ideal einer Beziehung: die lebenslange Ehe zwischen Mann und Frau, die offen ist für Kinder. Allerdings: Franziskus zeigt viel Verständnis für jene, die dieses Ideal nicht erreichen, warnt vor schnellen und pauschalen Urteilen und ruft dazu auf, die jeweiligen Lebenslagen zu beurteilen. In der Frage des Sakramentenempfangs für wiederverheiratet Geschiedene trifft er keine lehramtliche Entscheidung. Eben obwohl er um die Diskussionen weiß und die unter dem Stichwort „Barmherzigkeit“ geübte Praxis, verzichtet er darauf, den Ausschluss für wiederverheiratet Geschiedene zu wiederholen. Franziskus öffnet eine Tür für Einzelfallentscheidungen und legitimiert damit eine gängige Praxis, nicht aber jeden Einzelfall. Denn dann würde er selber wieder pauschale Regeln vorgeben. Ohne Unterscheidung. Dieser Weg gehört nach Amoris laetitia der Vergangenheit an.

Von Ulrich Waschki

Quelle und Link: www.Tag-des-Herrn.de

Link zum deutschen Text von Amoris laetitia:  w2.vatican.va

Apostolisches Schreiben Amoris laetitia als PDF downloaden

Perspektivlos?

Eine andere Kirche gesucht